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Im Test: Das Testament des Sherlock Holmes

   

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Gin-Chan
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xxps3  Im Test: Das Testament des Sherlock Holmes



Publisher: Focus Home Entertainment
Entwickler: Frogwares

Release: 21. September 2012

Altersfreigabe: USK 16
Genre: Krimi / Adventure

Spieler: 1
Sprache/Texte: Deutsch / Deutsch

PlayStation Move: Nein
Stereoskopisches 3D: Nein

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Mein lieber Watson ...

Fröhliche Prügeleien und lockere Sprüche mit Robert Downey Jr. sind sicherlich ein Erfolgsrezept, aber Das Testament des Sherlock Holmes setzt stattdessen auf die Elemente, die schon die Krimi-Romane von Sir Arthur Conan Doyle berühmt gemacht haben. Finstere Vorkommnisse, spannende Ermittlungen und knifflige Rätsel. Das war zumindest die Idee.

Man soll sich wie ein echter Detektiv fühlen, Hinweisen nachgehen, Schlüsse ziehen, Geheimnisse entschlüsseln. In dieser Hinsícht ist das Spiel sehr stringent: Auf Actioneinlagen, Quicktime-Events oder wilde Schießereien wird komplett verzichtet, der Schwerpunkt liegt auf investigativen Ermittlungen. Leider wird das Spielvergnügen immer wieder von logischen Fehlern und technischen Mängeln gestört. Was das im Einzelnen bedeutet, erfahrt Ihr in diesem Test.




Ob man sich an diesen Sherlock Holmes gewöhnen kann?



Point & Click

Wie es bei bedeutenden Ermittlern nun mal so ist, stolpert Sherlock Holmes von einem Tatort zum anderen, von einer blutigen Leiche zur nächsten. Und er wäre nicht der berühmte Detektiv aus der Baker Street, wenn er nicht aufgrund von einigen wenigen Details, die den meisten verborgen bleiben, den Täter entlarven könnte. Doch erst einmal gilt es natürlich, diese überhaupt zu entdecken. Hier bedient sich das Spiel einem klassischen Point & Click System, wie es schon seit Jahrzehnten in Adventure-Spielen zur Anwendung kommt. Vielleicht bin ich verdorben von zu vielen Shootern, aber ich verstehe einfach nicht, was daran spannend sein soll. Wenn man z.B. Gegenstände finden und kombinieren, Zusammenhänge ergründen oder raffinierte Rätsel lösen müsste, dann wäre das ja noch akzeptabel. Aber nein, in diesen Spielabschnitten muss man wirklich nur stumpf auf alle Dinge in der Umgebung klicken, bei denen ein Lupen-Symbol erscheint, wenn man sie ansieht. Verfeinert wird das Ganze durch Holmes „sechsten Sinn“, ein ganz besonders innovatives Hilfe-System, das an schwierigen Stellen weiterhelfen soll. In der Praxis sieht das dann so aus, dass man sich einmal im Kreis dreht und dabei ein paar Mal L2 drückt. Dann werden alle anklickbaren Elemente markiert und man muss sie nur noch ablaufen. Ist das geschehen, hat man diesen Abschnitt erfolgreich absolviert. Herzlichen Glückwunsch.

Gut, ich will nicht unfair sein. Es gibt auch einige ganz nette Minispiele, z.B. Schlösser, die es zu knacken gilt, Würfelspiele, die gewonnen werden wollen oder Ähnliches. Im Spielverlauf verbringt man z.B. eine gute halbe Stunde damit, einen abgebissenen Finger zu untersuchen, der am Tatort zurückgelassen wurde. Das Problem bei diesen Minispielen ist wiederum, dass man meistens länger braucht, um die Regeln zu verstehen, als die Rätsel zu lösen. Manchmal wusste ich nicht mal, was ich überhaupt machen sollte, denn Erklärungen liefert das Spiel meistens nicht. Insofern werden auch diese „Rätsel“ meistens eher zu nervigen Geduldsübungen oder verzweifeltem Herumgeklicke.




Dies ist ein Flur.



“Was denken Sie, Holmes?“

Mit dieser Frage nervt uns Dr. Watson, wenn wir den Tipp „Wenn es nicht weitergeht, fragen sie Watson“ befolgen. Aber warum sollten wir das tun, wir sind schließlich selbst große Detektive. Stattdessen verwenden wir lieber des innovative und gut durchdachte Deduktionssystem, durch welches realitätsgetreue Ermittlungen auf die Konsole gebracht werden. So ähnlich wird es zumindest in den Ankündigungen beschrieben. Tatsächlich ähnelt es eher einem Multiple-Choice-Test, bei dem man aus den vorher gefundenen Hinweisen Schlüsse ziehen soll. Erst wenn alle Zusammenhänge richtig erkannt wurden, kann man in der Story fortfahren. Dieser Teil ist – verglichen mit dem Rest – sogar einigermaßen gut gelungen, die Schlussfolgerungen sind größtenteils stringent und logisch. Allerdings erscheinen manche der Folgerungen nur folgerichtig, wenn man die Story schon kennt. Ohne dieses Vorwissen scheinen die Lösungen, die sich am Ende als richtig herausstellen, nicht immer Sinn zu ergeben. Zumindest ich hätte aus dem Fakt „Das Nebenzimmer wurde nicht durchsucht“ nicht darauf geschlossen, dass die Mörder „etwas Bestimmtes gesucht haben“. Vielleicht fehlt mir ja der erforderliche detektivische Spürsinn.




Ob der Mörder sich im Gartenschuppen versteckt hält?



“...denn in Wirklichkeit war der Täter ein AFFE!!!“

Der erste Fall fungiert als Tutorial, in dem die Bedienelemente erläutert werden. Der Auftrag bedient sich eines ganz klassischen Motivs; einem Verbrechen in einem abgeschlossenen Raum. Der Übeltäter hat eine wertvolle Halskette aus einer Vitrine entwendet. Als die Bediensteten kamen, war der Raum leer und die Kette verschwunden. Die Fenster waren geschlossen und wurden nicht aufgebrochen, die Tür war bis zu ihrem Eintreffen auch verschlossen. Wie also konnte der Dieb entkommen? Dies gilt es zu ergründen.

Bei der Beweisaufnahme stellen wir fest, dass der Dieb sich in einer Zimmerecke hätte verstecken können, um sich dann in der allgemeinen Aufregung davonzumachen. Vielleicht gehörte er sogar zu der Belegschaft und hatte einen Zweitschlüssel?
Alles falsch! Denn wie Holmes scharfsinnig kombiniert, war der Täter in Wirklichkeit ein Affe! Der gerissene Primat hat sich eines Glasschneiders bedient, um die Vitrine zu öffnen und die Kette zu stehlen. Dann versteckte er sich auf dem Kronleuchter, wo die Bediensteten ihn nicht bemerkten. Obwohl er es geschafft hatte, einen Glasschneider zu bedienen und ein sauberes Loch in die Vitrine zu schneiden, war er offenbar ziemlich ungeschickt, denn als die Angestellten kamen, ließ er die Kette fallen. Praktischerweise plumpste sie direkt in das Aquarium unter dem Kronleuchter, was der Polizei bei ihrer gründlichen Untersuchung leider nicht auffiel. Im besten Gangnam-, ähem, Detektiv-Style fischt Holmes sie aus dem Wasser – ein weiterer souverän gelöster Fall. True Story, Bro.

Aber im Ernst: Die Handlung ist größtenteils ziemlich an den Haaren herbeigezogen. Man sieht deutlich die Bemühungen der Autoren, ein Skript zu schreiben, das den Werken von Doyle ebenbürtig ist. Das hat leider nicht geklappt, die Story ist zwar einigermaßen spannend, aber kaum logisch. An einer Stelle erleben die Spieler, die ihr Exemplar bis dahin noch nicht in die Müllpresse gegeben haben, einen Gefängnisausbruch eines Schwerverbrechers. Die Auflösung des Falles sieht dann irgendwie so aus, dass der Inhaftierte ein hochpotentes Gift aus Käferblut und Milchpulver gemixt hat und... naja, findet es selbst heraus. Ihr werdet lachen. Oder weinen.




“Watson, dieser Hund ist dringend tatverdächtig.“



Barbie und Ken

Auch auf der technischen Seite besteht ein großer Unterschied zwischen Beschreibung und Wirklichkeit. In der Ankündigung steht zum Beispiel etwas von einer aufwendigen Motion-Capturing Grafik, die für hochrealistische Gesichtszüge sorgt. Leider sehen die Figuren tatsächlich eher aus wie animierte Barbie-Puppen, deren Münder auf- und zuklappen. Die Bewegungen erinnern eher an Yoga-Übungen. Ich habe immer in der Ego-Perspektive gespielt, um die grausamen Verrenkungen nicht sehen zu müssen. Auch die Steuerung ist relativ unausgewogen und kaum flüssig. Insgesamt fühlt es sich die ganze Zeit an, als würde man durch Watte gehen. Dazu kommen einige Ladeverzögerungen und Hänger. Die Musik wiederum ist zwar gut gemacht, aber völlig unpassend verteilt, so spielt z.B. spielt während eines ganz normalen Gesprächs eine bedrohlich-unheilvolle Musik, was den ohnehin nur in Maßen vorhandenen Spielspaß weiter dämpft. Er ist zwar eher umgangssprachlich, aber der Begriff „technische Gurke“ passt hier ziemlich gut.






Das Fazit:

Ich muss gestehen, dass ich noch nie ein Fan von Adventures war. Ich habe mich trotzdem bemüht, das Spiel neutral anzugehen, aber Das Testament des Sherlock Holmes scheitert bei dem Versuch, dem Meisterdetektiv aus der Baker Street zu einer gelungenen PS3-Umsetzung zu verhelfen. Offenbar haben die Entwickler sich zu sehr auf den bekannten Namen verlassen, wie es bei Lizenzspielen leider sehr oft der Fall ist. Technisch gesehen ist das Spiel eher auf PS2-Niveau, die Story ist ein Abklatsch der Werke Doyles. Das Spiel war zweifelsohne ein guter Versuch, der aber leider gescheitert ist.




Wertung
_________________________________________________

+ Abwechslungsreiche Aufgaben


- Grobe technische Mängel
- Konfuse Story
- Insgesamt langweiliges Gameplay



14.10.2012 14:25
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S.T.Y.L.E.Z
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Beitrag: #2
RE: Im Test: Das Testament des Sherlock Holmes

Must-Have-Blockbuster
Wenigstens kein 70€-Vollpreistitel...

14.10.2012 14:31
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mileleku
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Beitrag: #3
RE: Im Test: Das Testament des Sherlock Holmes

So viele Tests hier auf einmal o:

Find ich gut^^

14.10.2012 14:41
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heubergen
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Beitrag: #4
RE: Im Test: Das Testament des Sherlock Holmes

Adventure sind nicht so mein Ding.

14.10.2012 15:10
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Gin-Chan
Ehem. Redakteur
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Beitrag: #5
xGames  RE: Im Test: Das Testament des Sherlock Holmes

heubergen :
Adventure sind nicht so mein Ding.


http://www.pspking.de/forum/showthread.php?tid=68702

14.10.2012 15:14
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Hideki
King
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Beitrag: #6
xGames  RE: Im Test: Das Testament des Sherlock Holmes

Gin-San :

heubergen :
Adventure sind nicht so mein Ding.


http://www.pspking.de/forum/showthread.php?tid=68702


Gesagt getan nich wahr Big Grin
B2T: Schade, ich war mir sicher das es nicht ganz so schlecht ausfãllt /:

Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 14.10.2012 17:42 von Hideki.

14.10.2012 17:41
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