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Im Test: Anarchy Reigns

   

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Gin-Chan
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xxps3  Im Test: Anarchy Reigns



Publisher: Sega
Entwickler: Platinum Games

Release: 11. Januar 2013

Altersfreigabe: USK 18
Genre: Action / Beat 'em Up

Spieler: 1-16
Sprache/Texte: Englisch / englisch

PlayStation Move: Nein
Stereoskopisches 3D: Nein
Dateninstallation: Ja
Online-Pass: Nein

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Anarchy, soweit das Auge reicht

Anarchy Reigns, zu deutsch Anarchie herrscht, so heißt das neue Spiel aus dem Hause Platinum Games, welches uns schon gute Titel wie Bayonetta und Vanquish beschert hat. Was ist das überhaupt, Anarchie? Eigentlich bezeichnet der Begriff lediglich die Abwesenheit eines Staates bzw. einer Regierung. Im Spiel geht es eher darum, dass man sich ungestraft und ungezügelt mit Allem und Jedem herumprügeln kann. Dies ist eine sehr hobbesianische Auslegung des Anarchie-Begriffs; letztlich ist das aber auch egal, denn im Spiel geht es wirklich nur um eins: Kloppen, bis der Arzt kommt.

Wir befinden uns in einer post-apokalyptischen Welt, die infolge von zahlreichen Kriegen inklusive des übermäßigen Einsatzes von ABC-Waffen zerrüttet ist. Die Städte sind zerbombt, auf den Straßen tummeln sich Schläger und Mutanten. Im Verlauf der Story bewegen wir uns durch 4 kleine Areale, in denen es von Gegnern nur so wimmelt. Durch die Kämpfe und Nebenmissionen sammeln wir genug Punkte, um die jeweils nächste Storymission freizuschalten. Leider verbraucht sich dieser Ablauf ziemlich schnell, wenn man einmal alle Attacken und Fähigkeiten des Protagonisten ausprobiert hat. Sogar die sogenannten Nebenmissionen entpuppen sich als Prügelorgien, die größtenteils nach dem Auftragsschema „Töte x Gegner in y Sekunden“ ablaufen. Zugegeben, es gibt auch einige ganz witzige Aufgaben, beispielsweise ein martialisches Gefährt durch einen Parcours zu steuern, aber leider verliert die Dauerklopperei doch schnell ihren Reiz.




Solche komischen Typen laufen uns während der Story ständig über den Weg. Aber keine Sorge; er ist ein ziemlicher Schwächling.



Da wo die wilden Kerle wohnen

Um in einer Welt zu überleben, in der „Anarchie regiert“, wie der Titel schon sagt, braucht man vor allem eins. Grips? Nein, jede Menge Muckis. Und davon haben die meisten Charaktere tatsächlich so viele, dass es fast schon lächerlich ist. Dazu gesellen sich ein Haufen cooler Sprüche und Slapstick-Humor. Doch das ist gar nicht mal schlimm. Zusammen mit dem völlig überzeichneten Charakteren ergibt sich ein ganz nettes, wenn auch etwas trashiges Gesamtbild.

Sehr schlimm ist jedoch, wie die Story dieses Konzept völlig zerstört. Der Singleplayermodus spaltet sich auf in die „Black Side“ und die „White Side“, aus denen wir am Anfang wählen. Um später im Multiplayer alle Fertigkeiten verwenden zu können, müssen beide komplett durchgespielt werden. Egal, welche Seite wir wählen, die Story bleibt die gleiche, nur die Sichtweise verändert sich. Im Prinzip geht es darum, einen mysteriösen Kämpfer namens Maximilian zu finden, was am Ende natürlich zu einem spektakulären Finale führt. So weit, so gut. Aber warum, warum wollten die Entwickler unbedingt noch etwas Dramatik in ein sonst so lockeres Spiel bringen? Warum muss der Protagonist unbedingt eine nervige kleine Tochter haben, die bedauerlicherweise (letzteres zumindest aus seiner Sicht) verstorben ist? Durch diese pseudotragische und völlig abstrus inszenierte Wendung wird die sowieso schon nicht allzu spannende Story leider völlig zerfetzt und macht einem hollywoodmäßigen Herzschmerz-Drama Platz, bei dem man am liebsten brechen möchte.




Die beiden sind die Protagonisten. Black Side oder White Side?



Der Knopf ist hauen, der auch und dieser …

Wie es in Prügelspielen so üblich ist, löst der lernwillige Spieler mit so ziemlich allen Tasten des Controllers verschiedene Attacken aus, die sich zu Komboangriffen verketten lassen. Natürlich inklusive Spezialattacken, zufällig auftauchenden Waffen und speziellen aufladbaren Schlägen. Das alles ist nicht neu und die Güteklasse solcher Spiele hängt für gewöhnlich von der Technik ab. Diese ist hier leider nicht ganz aktuell, insgesamt steuern die Charaktere sich doch ein bisschen träge. Schade ist auch, dass alle Attacken komplett gescripted sind, wodurch die Anzahl der möglichen Kombos stark sinkt. Zudem werden die einzelnen Charaktere schnell langweilig, da man jeweils nur ein paar Minuten spielen muss, um alle Angriffsmuster in- und auswendig zu kennen.




Diese Perspektive war von den Entwicklern bestimmt nicht vorgesehen. Naja, vermutlich doch.



Autsch, das tat weh ...

Nur der Singleplayer wäre in der Wertung wohl kaum über 50 % hinaus gekommen. Zum Glück gibt es da noch den Multiplayer, der neue Herausforderungen in Form menschlicher Gegner und zu meisternder Charaktere gibt. Insgesamt 16 Kombattanten stehen zur Auswahl, die natürlich alle über eigene Angriffsmuster und Attacken verfügen. Vorbesteller erhalten noch einen PSN-Code, der Bayonetta (aus Platinum Games' gleichnamigem Spiel) als spielbaren Charakter freischaltet. Die Spieler messen sich in einer Vielzahl von verschiedenen Modi, hauptsächlich unterschiedliche Abwandlungen des klassischen (Team-)Deathmatch, sowie einige Coop-Herausforderungen. Insgesamt merkt man schnell, dass der Fokus des Spiels deutlich auf dem Multiplayer liegt.

Der Haken dabei ist die riesige Kluft zwischen den sogenannten Pro-Gamern und Anfängern. Klar kommt man am Anfang in keinem Spiel ganz nach oben in der Rangliste, aber hier ist der Unterschied zu den erfahrenen Spielern wirklich extrem. Zu Anfang dauert es meistens nur wenige Sekunden, bis man in einer tödlichen Kombo gefangen ist, aus der man bis zum Tod nicht mehr herauskommt. Nach jedem virtuellen Ableben kann man nach 10 Sekunden wieder einsteigen und sich erneut umbringen lassen. Andererseits birgt der Multiplayer somit auch viel Potenzial und ist sicher etwas für Spieler mit viel Geduld und einer hohen Frust-Toleranz. Für Gelegenheitsspieler wird er eher zur Qual.




Bayonetta hat von Platinum Games einen Gastauftritt spendiert bekommen. Allerdings nur für Vorbesteller ...



Ein ganz normaler Arbeitstag

Um das postapokalyptische Setting noch zu bekräftigen, geht es in der Welt von Anarchy Reigns nicht nur auf den Straßen hoch her, auch in der Luft und im Wasser ist einiges los. So kommt es schon mal vor, dass ein heftiger Kampf von einem riesigen Kraken unterbrochen wird, der plötzlich in der stürmischen See zum Vorschein kommt. Oder von ein paar Kampfjets, die einen Haufen nukleare Sprengköpfe abwerfen. Oder von einer giftigen Wolke, die Teile des Schlachtfelds kontaminiert. Dies kommt sowohl im Single-, als auch im Multiplayer vor. Dadurch werden die Kämpfe deutlich interessanter und auch die Taktiken müssen an die jeweiligen Gegebenheiten angepasst werden. Ein deutlicher Pluspunkt für das Spiel!

Unterlegt wird das Ganze von einer Mischung von Hip Hop und Rock. Die Musik passt zum Setting und untermalt die Kämpfe ganz gut. Die Comic-Grafik hingegen ist nicht mehr ganz aktuell, was den Gesamteindruck jedoch kaum stört.





Das Fazit:

Das Setting wirkt auf den ersten Blick nicht schlecht, die Welt ist ganz nett gemacht. Leider wird die Story durch den Versuch zerstört, ernste Elemente einfließen zu lassen, was im Verhältnis zu dem überzeichneten Charakterdesign einfach nicht passt. Der Multiplayer weist ein deutliches Leistungsgefälle auf. Um die hohen Ranglistenplätze zu erklimmen, muss einiges an Zeit investiert werden. Gut gelungen sind hingegen die von Zeit zu Zeit auftretenden Ereignisse, die Einfluss auf das Kampfgeschehen haben. Die Musik ist gut, Grafik und Technik hinken etwas hinterher. Insgesamt ist Anarchy Reigns ganz in Ordnung, es hätte aber deutlich besser werden können. Schade.




Wertung
_________________________________________________


+ 16 spielbare Charaktere, Bayonetta als Bonus für Vorbesteller
+ Stimmige Musik
+ Kraken, Kampfjets, Mutanten und mehr werfen sich ins Getümmel


- Story durch unnötige und plumpe Dramatik zerstört
- Spielprinzip verbraucht sich sehr schnell
- Großes Leistungsgefälle im Multiplayer
- Nur wenig Langzeitmotivation
- Technik hinkt



28.01.2013 21:08
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Beitrag: #2
RE: Im Test: Anarchy Reigns

Zum Glück sind Meinungen verschieden. Das Problem ist doch, dass die meisten Reviewer eine komplett falsche Sichtweise von dem Spiel haben. Es ist Hauptsächlich ein Multiplayerspiel. Der Singleplayermodus ist nur ein netter Zusatz. Wieso also das Spiel darauf beschränken und meinen, dass Pseudodramatische Szenen die Story ins lächerliche treiben? Ich denke, wenn PG eine gute Story hätte machen wollen, hätten sie es auch hinbekommen. Shooter werden doch auch nicht auf ihre Story reduziert.

Mir fehlt bei den Pluspunkten die vielen Multiplayermodi und der geringe Kaufpreis. Das Spiel kostet 30€ liebe Freunde. Da könnt ihr kein Spiel erwarten, mit dem ihr monatelang Spaß habt. Ich spiel selber immernoch gelegentlich Online, weil es einfach nur Unendlich viel Spaß macht. Vorallem wenn man mit Freunden noch zusammen spielt.

29.01.2013 01:08
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Gin-Chan
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Beitrag: #3
RE: Im Test: Anarchy Reigns

Meine Sichtweise unterscheidet sich offenbar von deiner, deswegen ist sie aber noch lange nicht falsch.

Ich beschränke das Spiel nicht auf den Singleplayer, dann hätte es unter 50% gekriegt. Der Multiplayer ist ganz nett, deswegen fällt die Wertung höher aus. Die verschiedenen Modi sind ganz nett, aber letzlich ist es doch alles ziemlich das selbe.

Das Problem ist nicht, dass die Story ins Lächerliche gezogen wird, ganz im Gegenteil. Mich hat genervt, dass versucht wird, eine lockere und trashige Story mit ernsten Elementen zu dramatisieren, um einen besseren Eindruck zu machen. Das fand ich unpassend und es hat gestört, deswegen gibt das Abzüge.

Und zum Preis ... naja, zugegeben, das spielt schon eine Rolle. Aber wenn ich ein gutes Spiel haben will, dann gebe ich mich nicht mit einem schlechteren zufrieden, nur weil es weniger kostet. Und deswegen beeinflusst das auch nicht die Wertung.

Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 29.01.2013 15:13 von Gin-Chan.

29.01.2013 15:13
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Beitrag: #4
xGames  RE: Im Test: Anarchy Reigns

Gin-San :
Und zum Preis ... naja, zugegeben, das spielt schon eine Rolle. Aber wenn ich ein gutes Spiel haben will, dann gebe ich mich nicht mit einem schlechteren zufrieden, nur weil es weniger kostet. Und deswegen beeinflusst das auch nicht die Wertung.


Preis-Leistungs-Verhältnis? Sagt dir das was?
Klar, für 30€ soll es lieber ein AAA-Titel mit High-End-Grafik, komplexer Story und haufenweise Content sein. Das hat nicht einmal Dreck Ops 2 und es wird nicht mit nur 74% abgespeist. Und das bei einem Einführungspreis von 70 Ocken...ganz zu schweigen davon, dass der Kritikpunkt zum Multiplayer, den du gerade genannt hast, auf benanntes Spiel doch auch zutrifft, sogar spielreihenübergreifend. Da stört's wohl keinen.

Solange hier nicht mal langsam ein einheitliches und faires Bewertungsschema eingeführt wird, kann man diese Reviews als Hilfe für oder gegen den Erwerb neuer Software vergessen. Da greife ich ja lieber auf Amazon-Kundenbewertungen zurück.

17.02.2013 22:40
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alexking
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Beitrag: #5
RE: Im Test: Anarchy Reigns

Der Preis spielt in unserem Bewertungsschema und auch bei nahezu allen der Konkurrenz keine Rolle. Wir bewerten lediglich PSN Spiele nach einem anderen System und Vita Spiele werden nicht mit PS3 Titeln gleich gesetzt.

17.02.2013 23:45
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