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Im Test: Defiance

   

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gutster
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xxps3  Im Test: Defiance



Genre: 3rd-Person Shooter
Publisher: Trion Worlds
Entwickler: Trion Worlds
Systeme: PS3, XBox 360, PC

Online-Multiplayer: Ja, nur online spielbar
Altersfreigabe: ab 18 Jahren (USK)
Sprache/Texte: Deutsch/Deutsch

PlayStation Move: Nein
Dateninstallation: Ja
Stereoskopisches 3D: Nein

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Mit über 1 Millionen registrierter Spieler im ersten Monat ist Defiance wohl ein glücklicher Start gelungen. Auch die Syfy TV Serie findet immer mehr Zuschauer und Fans. Das Spiel soll beides mit dynamischen Events vereinen und dadurch Langzeitspaß garantieren. Ob dies Trion Worlds gelungen ist oder ob Defiance ein ödes Onlineerlebnis darstellt, erfahrt ihr in unserem Test:



Defiance: Serie und Spiel zu gleich

Zunächst sollte man erwähnen, dass man mit Defiance ein reines Massive Multiplayer Online (MMO) Spiel erhält. Das heißt man benötigt eine Internetverbindung um es überhaupt spielen zu können. Glücklicherweise entfällt hier der Online-Pass, man möchte fast sagen eine Seltenheit in der heutigen Zeit. Nachdem die PS3 erfolgreich Defiance installiert hat, müsst ihr nochmals Patches herunterladen. Dies kann einige Zeit dauern, da die ersten Patches ziemlich umfangreich waren, warum wird im technischen Bereich des Tests erklärt. Seid ihr dann startklar, erstellt ihr euch zunächst einen Charakter. Dabei könnt ihr zwischen zwei Rassen wählen, den Menschen und den Irathients. Große Unterschiede zwischen den Rassen gibt es nicht. Diese spiegeln sich nur im Aussehen wieder. Hat man sich für eine Rasse entschieden, kann man aus 4 verschiedenen Klassen wählen.

Diese sind standardmäßig gestaltet: Der Veteran nutzt Sturmgewehre, der Überlebenskünstler greift auf Scharfschützengewehre zurück, der Gesetzlose vergnügt sich mit Maschinenpistolen und der Maschinist bekommt die dicke Wummen in die Hand. Im Laufe des Spieles kann man allerdings auch zum Beispiel als Veteran die Waffen einer anderen Klasse nutzen, wodurch es im Prinzip diese Klassen nicht gibt. Abschließend verändert ihr noch ein bisschen das Gesicht des Charakters und schon geht’s los. Zunächst trefft ihr Professor von Bach, der auf der Suche nach Archentech ist. Bevor er euch euer EGO Implantat erklären kann, wird die Defiance angegriffen. Bei der Flucht trefft ihr zum ersten Mal auf Nolan und Irisa, den Hauptcharakteren der Serie. Die Defiance stürzt ab und ihr könnt euch in letzter Sekunde mit einer Abschusskapsel retten. Wieder am Boden angekommen macht ihr Bekanntschaft mit Cass, die euch den Rest des Spiels begleiten wird. Euer EGO Implantat meldet sich auch noch und ihr werdet in ein Tutorial geworfen. Nach 10 Minuten Zwischensequenzen, die versuchen die dünne Story etwas einzuleiten, steuert ihr endlich euren Charakter.

Die Steuerung ist ziemlich einfach gehalten und sollte aus jedem anderen 3rd Person Shooter bekannt sein. Nun bekommt ihr die Möglichkeit einer von 4 EGO-Fähigkeiten zu erlernen. Je nachdem was der Spielertyp bevorzugt, kann man dann wählen. Die EGO-Fähigkeiten werden im Laufe des Spiels mit Perks weiter aufgerüstet. Die Auswahl ist vielfältig und bietet sinnvolle Erweiterungen zu der EGO-Fähigkeit. Habt ihr dann das Tutorial absolviert, landet ihr zum ersten Mal in der riesigen Spielwelt von Defiance. Diese umspannt zwei große Inseln. Wollt ihr von der einen Seite der Karte zur anderen fahren, seid ihr schon mal gut 20 Minuten unterwegs. Während der Story trefft ihr auch auf einige Charaktere der Syfy Serie - wie auch schon in unserem "Erster Eindruck Bericht" zu Defiance verbringt man wenig Zeit mit den Charakteren und lernt sie kaum kennen. Hier hätte das Konzept von Defiance, eine TV Serie mit einem Spiel zu verknüpfen, richtig greifen können, man hätte mehr über die Vergangenheit von Nolan erfahren können, generell ein wenig der Vorgeschichte zur Serie erzählen können.

Stattdessen bleibt die Story recht dünn und hat auch keinen wirklichen Tiefgang. Auch die dazugehörigen Quests bieten nicht gerade viel Abwechslung. Gerade erfahrene MMO-Spieler werden den ein oder anderen Quest schon mal in einem anderen MMO gesehen und gespielt haben. Um der Langenweile ein wenig entgegen zu wirken, gibt es Nebenquests. Diese sind überall verteilt, sind aber auch nicht vielfältig. Man muss zum Beispiel mit einer Waffe Horden an Gegnern niedermähen oder mit dem Quad Checkpointrennen fahren. Eigentlich eine nette Sache, aber die meisten Nebenquests wiederholen sich einfach zu oft. Abwechslung zum oft eintönigen Dauerballern sind sie aber allemal.

Defiance soll ja Serie und Spiel miteinander verschmelzen, Ereignisse in der Serie sollen Auswirkungen auf die Spielwelt haben. In der Serie beispielsweise tauchen zum ersten Mal die Hellbugs auf, eine aggressive Alienrasse, die gerne Leute auffleischt. Im Spiel spiegelt sich dieses Ereignis in der Serie als Beginn der Hellbug-Session wieder. In einem Zeitraum von 3 Monaten erhält man neue Auftrage um die Plage aus dem Weg zu räumen. Dabei werden auch immer wieder neue Belohnungen und Herausforderungen freigeschaltet - Abwechslung ist hier also reichlich geboten.




Ein MMO in dem man sich alleine fühlt

Defiance ist ein MMO, das laut Spielecover unbegrenzt viele Spieler zulässt. Anfangs sieht man aber nur wenig von diesen Spielermassen. In den Hauptmissionen trifft man teils auf 2-3 Mitstreiter, wodurch die Gegnerzahl angepasst wird. Erst im mittleren Teil der Story und nach Auskundschaften der Spielewelt trifft man deutlich mehr Spieler an. Vor allem bei den sogenannten Archenfällen, die immer mal wieder zufällig auftauchen, kann es schon mal sein, dass man 40-50 Leute um sich herum ballern hat. Die Archenfälle sind gleichzeitig die Highlights von Defiance. Ihr müsst dabei, je nach Größe des Archenfalles, einen „Hauptalien“ erledigen, der von weiteren Aliens beschützt wird. Bei einem großen Archenfall müsst ihr das fünfmal hintereinander in einer vorgegebenen Zeit schaffen. Das kann schon mal 20-30 Minuten in Anspruch nehmen, macht aber einen Heiden Spaß.

Aber Defiance hat nicht nur Co-Op Elemente, auch das Player versus Player (PvP) Prinzip findet seinen Platz. Es gibt dabei zwei Möglichkeiten um gegen menschliche Spieler anzutreten. Entweder sucht ihr über Matchmaking eine Partie oder ihr nehmt an einer Schattenmission teil. Das Matchmaking kann man mit dem eines Call of Duty vergleichen. Ihr sucht ein Spiel und werdet einer Lobby zugeteilt. Der PvP Modus ist hauptsächlich klassisches Team-Deathmatch in abgegrenzten Gebieten. Viel mit einem klassischen PvP Element von MMOs hat das leider nicht zu tun, dafür gibt es aber dann die Schattenmissionen. Irgendwo in der Spielwelt werden diese wie Archenfälle zufällig generiert. In dem riesigen Bereich kloppt ihr euch auch gegen menschliche Widersacher. Auch hier sieht man wieder viel von den riesigen Spielermassen, die Defiance bieten kann.

Leider hat die ganze PvP Einheit einen kleinen Haken. Bei den Schattenmissionen mag das nicht allzu schlimm sein, sucht man aber im Matchmaking Menü ein Spiel, trifft man sich oft mit Spielern, die um einiges stärker aufgelevelt sind als man selbst. Ergo hat man gegen diese kaum eine Chance zu gewinnen. Das Balancing funktioniert nicht wirklich und sollte definitiv verbessert werden, da solche Team-Deathmatch Schlachten auch ihren Reiz haben. Generell kann man in Defiance viel Zeit verbringen, ohne dass es großartig langweilig wird. Wer sehr lange Spaß haben will, sucht sich am besten eine kleine Truppe und geht gemeinsam auf die Jagd. Was allerdings sehr oft auffällt, ist dass man sich auch stellenweise so fühlt, als wäre Defiance ein normales Singleplayerspiel. Defiance bietet diverse Chatfunktionen, die eigentlich nützlich sind um von Spieler zu Spieler kommunizieren zu können. Oft genutzt werden diese leider nicht.



Technisch enttäuschend

Der größte Kritikpunkt den wir an Defiance haben, ist die technisch sehr schwache Umsetzung. Dieser Eindruck einer ziemlich altbackenen Grafik kommt schon bei der ersten Cutscene auf. Die Gesichter sind starr und zeigen kaum Bewegung, geschweige denn Emotionen. Allesamt wirken sie sehr matschig und lieblos animiert. Sieht man dann zum ersten Mal die riesige Spielewelt, wird man sich auch fragen: Ok die Welt ist total zerstört worden, warum muss dann alles so braun und hässlich aussehen?! Bodentexturen sind auf dem Niveau von PS2 Spielen, Texturen werden generell sehr langsam nachgeladen und da sind ja noch diese unglaublich magischen Wände, die auf einmal auftauchen ohne das man sie 20 Meter zuvor gesehen hat. Zum Glück poppen diese nach den Aufprall mit dem Quad auf. Gut, dass gewisse Abstriche durch die riesige Welt und die Möglichkeiten der aktuellen Konsolen gemacht werden mussten, will auch keiner abstreiten, aber es muss ja nicht gleich aussehen, als wäre das Spiel schon 10 Jahre in der Entwicklung gewesen. Schade ist auch, dass die teils schöne Landschaft von Defiance durch die hässlichen Texturen förmlich zerstört wird. Auch die Qualität des Sounds ist nicht das Gelbe vom Ei. Die Synchronsprecher bei Charakteren die uns ständig begegnen, sind allesamt recht eintönig und unmotiviert. Besonders die Stimme unseres EGO Implantats nervt schon nach der ersten Minute. Abschließend kann man sagen, dass Defiance von technischer Seite her gesehen sehr unfertig wirkt und dass das Potenzial durch die schwache Umsetzung ein wenig an Glanz verliert.



Fazit

Defiance ist kein schlechtes Spiel geworden. Vor allem das interessante Konzept macht es zu etwas Besonderem. Eine Serie und ein Spiel zu verknüpfen, ist zwar eine riskante Entscheidung, da man nie weiß ob die Serie nicht vorzeitig abgesetzt wird, bei Defiance haben wir da aber keine Bedenken, da die Serie gut ankommt. Spielerisch ist Defiance aber nichts Außergewöhnliches.

Das Gameplay findet man in fast jedem 3rd Person Shooter und die Quests sind nicht gerade abwechslungsreich gestaltet. Lediglich die Archenfälle und die Einbindung der Serienereignisse erhöhen die Langzeitmotivation, die trotz der wenig abwechslungsreichen Haupt- und Nebenquests doch sehr hoch ist. Das PVP-Element ist gut gemeint, aber noch nicht ganz ausgereift. Technisch hat Defiance sehr enttäuscht, bleibt momentan nur zu Hoffen, dass Trion Worlds die Schrauben nochmal nachzieht, denn für Defiance würde es sich definitiv lohnen. Abschließend wollen wir noch positiv erwähnen, dass Defiance zwar ein Vollpreis Spiel ist, allerdings auf ein Abomodell komplett verzichtet.




Wertung



+ Idee eine TV-Serie mit einem Spiel zu vermischen
+ Langzeitmotivation
+ Zahlreiche Nebenquests
+ Große Spielermassen bei Archenfällen und Schattenmissionen
+ Keine Abogebühren wie in anderen MMOs




- Relativ wenig Abwechslung bei Quests
- Altbackene Technik
- PvP mit wenig Balance



13.05.2013 11:11
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