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Gin-Chan
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xxps3  Im Test: Lost Planet 3



Publisher: Capcom
Entwickler: Spark Unlimited

Release: 30. August 2013

Altersfreigabe: USK 16
Genre: Action

Offline-Multiplayer: Nein
Online-Multiplayer: Ja
Spieler: 10
Sprache/Texte: Deutsch / deutsch

PlayStation Move: Nein
Stereoskopisches 3D: Nein
Online-Pass: Nein

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Planet aus Eis

Während Valve immer noch nicht bis drei zählen kann, ist Capcom schon einen Schritt weiter und präsentiert uns Lost Planet 3 rund drei Jahre (Zufall? Ich glaube nicht), nachdem 2010 Lost Planet 2 erschienen ist. Erneut verschlägt es uns auf den von den feindseligen Akriden besiedelten Planeten E.D.N. III. Beide Spiele sind zwar in der gleichen Welt angesiedelt, die jeweiligen Storys bauen aber nicht aufeinander auf. Somit müsst Ihr als Neueinsteiger keine Angst haben, die Hintergründe nicht zu verstehen. Ob der Spielspaß genauso gefriert wie alles andere auf E.D.N. III, oder … na ja, oder nicht (das Wortspiel war eh nicht so toll), verraten wir euch in unserem Test.




“'Winter is coming'? Weicheier!“



Echo-Basis

Unser Protagonist, Jim Peyton, hat einiges falsch gemacht. Das sagt er selber, denn die Story beginnt damit, dass er als alter Mann kurz vor seinem Tod steht. Daher möchte er seiner Nichte (oder war es die Enkeltochter?) von seinem Leben berichten und erzählt, wie er als junger Mann als Arbeiter für die Firma NEVEC auf E.D.N. III flog, um dort das große Geld zu machen. Fortan wird die Story durch die Missionen, die wir erhalten, und durch Zwischensequenzen erzählt.

Als Basis für unsere Aufträge dient der Vorposten von NEVEC auf dem Eisplaneten. Hier kann man Waffen kaufen, mit Leuten reden, das Übliche eben. Neben den Story-Missionen gibt es auch einige Nebenaufgaben zu erledigen, mit denen man sich zusätzliche T-Energie verdienen kann. Dies ist die Währung auf E.D.N. III und der Spieler erhält sie durch das Erfüllen von Aufträgen und das Besiegen von Monstern. Den Großteil davon gibt man im Waffenladen aus. Ist ja auch logisch, von der Firma, die uns bezahlt, um schreckenerregende Monster von der Basis fernzuhalten, auch noch zu verlangen, dass sie uns vernünftige Waffen zur Verfügung stellt, wäre natürlich zu viel verlangt.





“Ich bleib' hier sitzen bis mir jemand meinen Schaden bezahlt hat.“



“Glaubst Du, dass er damit irgendetwas kompensieren will?“

Wenn Jim mal nicht zu Fuß unterwegs ist, steht ihm sein riesiger, humanoider Mech zur Verfügung. Dieser ist eigentlich für technische Wartungsarbeiten gedacht, eignet sich aber auch hervorragend für den Kampf mit Akriden. Auf der einen Seite ist ein Greifarm, auf der anderen ein Bohrer. Mit diesen muss man hin und wieder Reparaturen durchführen, aber meistens schlägt und bohrt man damit auf die Gegner ein. In den meisten Missionen kann man jedoch nicht durchgängig im Mech bleiben und muss sich stattdessen zu Fuß auf den Weg machen. Nur in dessen unmittelbarem Umfeld stehen der HUD und somit die Waffenanzeige und die Minikarte zur Verfügung. Gleichzeitig dient der Mech als Munitionsspender. Oh, und er hat einen eingebauten Musikplayer. Schade: Man kann keine eigene Musik abspielen, sondern muss sich mit den voreingestellten Stücken begnügen.




“Gib Pfötchen“



Spaziergang

Eis- und schneebedeckter Planet plus gefährliche, aggressive Wesen ist ungleich Spaziergang. Sollte man zumindest denken. Leider nein, leider gar nicht.

Die Gegner im Spiel sind die ortsansässigen Tiere, genannt Akriden. Diese treten in unterschiedlichen Formen auf, von kleinen, unförmigen Klumpen (das kann ich beim besten Willen nicht besser beschreiben) über Tiger-ähnliche, flinke Wesen bis hin zu riesigen Monstern. Leider sind sie durch die Bank weg unheimlich schwächlich. Zudem verfügt der Protagonist über sehr viel Leben, das sich auch noch schnell regeneriert. Da die Akriden sich recht viel Zeit zwischen zwei Angriffen lassen, gerät man fast nie in ernsthafte Bedrängnis. Und wenn man dann doch mal Lust hat, den heranstürmenden Viechern auszuweichen, ist das auch kein Problem: Durch einen Druck auf die X-Taste, der nicht einmal zeitlich abgestimmt sein muss, weicht Jim springend und rollend selbstständig aus. Das ist zwar toll, wenn man lieber die Landschaft bewundern als kämpfen will, aber hat man auf eine Herausforderung gehofft, wird man schwer enttäuscht.

Immerhin, viele der Akriden sind gepanzert und können nur durch Treffer an ihren Schwachstellen verwundet werden, die jedoch praktischerweise in einem grellen Orange leuchten. Und falls sie an schwer zu erreichenden Stellen liegen, zeigen die Akriden sich zuvorkommend und halten sie dem Spieler in regelmäßigen Abständen vor die Nase.




“I better not expose my weak spot from time to time.“ Said no boss ever.



Das Problem mit den Sequels

Was hatten Matrix 2 & 3, Hangover 2, Toy Story 3 und viele weitere Sequels erfolgreicher Filme gemein? Richtig, sie alle reichten nicht an das Original heran. Auch bei Spielen findet sich dieses Phänomen von Zeit zu Zeit. Insbesondere zwei Features aus Lost Planet 2 vermisse ich im dritten Teil.

Da wäre zunächst der Enterhaken, der in Teil 2 frei verwendet und überall angebracht werden konnte. Bei großen Akriden konnte man ihn sogar benutzen, um sich zu ihnen hinauf zu katapultieren und aus nächster Nähe ihre Schwachstelle anzugreifen. Beides geht in Teil 3 nicht mehr. Zwar gibt es den Enterhaken noch, sein Einsatz ist aber kontextsensitiv, dass heißt, es geht nur an bestimmten Stellen, an denen der Entwickler es vorgesehen hat. Schade.

Noch wichtiger ist jedoch der Koop-Modus, der im Grunde das Beste bei Lost Planet 2 war, und im dritten Teil einfach mal gestrichen wurde. Capcom, what the hell? Was hat denn dagegen gesprochen, dass man wie bisher zu viert E.D.N. III unsicher machen darf? Stattdessen gibt es einen mittelmäßigen Multiplayer, der einen maximal ein paar Stunden bei der Stange hält. In Teams tritt man zuerst gegen Akriden-Horden, dann gegeneinander an. Nichts Besonderes und definitiv kein Ersatz für den verlorenen Koop-Modus.




Das ist der Multiplayer. Er ist doof.



Urdeutsch

Ok, ich verstehe, dass viele Spieler sich eine deutsche Synchro wünschen. Insbesondere die jüngere Generation, die vielleicht noch nicht gut genug englisch spricht, um die Dialoge im Original zu verstehen (wobei das Spiel theoretisch ja ab 16 ist). Also meinetwegen, macht eine. Aber dann – und das muss ich jetzt einfach in Majuskeln schreiben – GEBT MIR VERFLIXT NOCHMAL DIE MÖGLICHKEIT, AUF DIE ENGLISCHE SYNCHRO UMZUSCHALTEN. Ich meine, ist doch genug Platz auf so 'ner Blu-Ray. Stattdessen sind alle Käufer der USK-Version gezwungen, sich die grauenhafte deutsche Synchronisation anzutun. Diese klingt wie üblich, als hätte man einfach die erstbesten Passanten auf der Straße entführt, sie ins Studio geschleppt und mit vorgehaltener Waffe dazu gezwungen, den Text aus dem Drehbuch vorzulesen.

Abgesehen davon ist der Sound in Ordnung. Standard-Soundtrack, Standard-Geräuschkulisse, nichts Besonderes, aber in Ordnung. Die Grafik schneidet da schon besser ab. Obwohl die Eismassen an und für sich nicht so interessant sind, gibt es doch häufig ein faszinierendes Panorama zu bewundern. Insbesondere die Lichteffekte mit dem meist wolkenverhangenen und nur von einzelnen Lichtstrahlen durchbrochenen Himmel über E.D.N. III sind sehr hübsch gemacht. Das Charakterdesign ist ganz akzeptabel, auch wenn einige der Charaktere ziemlich überzeichnet werden. Aber zumindest merkt man hier, dass die Entwickler sich Mühe gegeben haben. Sie scheinen auch ziemlich stolz auf die Gesichter ihrer Figuren zu sein – zumindest fällt mir kein anderer Grund ein, aus dem diese bei Temperaturen weit unter dem Nullpunkt und inmitten heftiger Schneestürme nicht einmal eine Kapuze tragen tragen würden.






Das Fazit:

Na ja, was soll ich sagen? Es ist ein ganz akzeptables, Story-basiertes Singleplayer Spiel; den Multiplayer kann man vergessen. Die Grafik ist ganz nett, der Sound geht so. Ok, bei mir war das Spiel schon unten durch, als ich in den Optionen nicht die Sprachausgabe umstellen konnte. Vielleicht habe ich auch zu viel erwartet. Lost Planet 2 war eines der ersten PS3-Spiele überhaupt, die ich nach dem Kauf meiner Konsole gespielt habe, und damals hat es einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Vielleicht sind meine Ansprüche seitdem gestiegen, aber vor diesem Hintergrund hat mich Lost Planet 3 einfach enttäuscht. Alles, was mir am Vorgänger gefallen hatte, wurde wegrationalisiert. Zudem ist das Spiel einfach keine Herausforderung. Man erkennt noch, dass der Titel viel Potential besaß – dieses wurde aber leider größtenteils verschenkt.





Wertung
_________________________________________________


+ Vielfältige Akriden als Gegner
+ Hübsche Grafik



- Originalsynchro ist nicht enthalten
- Insgesamt viel zu leicht
- Tolle Features aus dem Vorgänger wurden gestrichen
- Kein Koop-Modus




Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 12.09.2013 19:57 von alexking.

12.09.2013 19:40
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