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Master_Jens
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xxps3  Im Test: F1 2013



Publisher: Codemasters
Entwickler: Codemasters Racing

Release: 4. Oktober 2013

Altersfreigabe: ab 0 (USK)
Uncut: Ja
Genre: Racing

Spieler: 2 (offline) | 16 (online)
Sprache/Texte: Deutsch/Deutsch

Dateninstallation: Ja
PlayStation Move: nein
Stereoskopisches 3D: Nein
Online-Pass: Nein

X Angebot: Formel 1 2013 (Amazon)




Die Saison ist schon so gut wie vorbei. Sebastian Vettel gewann zum vierten mal in Folge die Weltmeisterschaft und es sind noch wenige Rennen zum Fahren ehe es in die Winterpause geht. Also wozu erscheint so spät ein Formel 1 Ableger für die heimische Konsole? Um den kalten Winter zu überbrücken? Oder um die aktuelle Saison nachzuspielen? Es spielt ja eigentlich keine Rolle, nach dem Rennen ist vor dem Rennen. Hauptsache ist doch, dass F1 daheim Spaß macht und jeden Fan fesselt. Codemasters hat es die letzten Jahre auch geschafft. Doch so langsam wird es eng. Durch den engen Zeitplan ist es oft nur möglich, vorhandenes Material zu verbessern. Echte Neuerungen sind oft gar nicht drin.




Dieses Jahr aber schaute Codemasters zurück und lässt uns in die Boliden vergangener Tage steigen. Doch wie gut haben die Entwickler dies geschafft und bringt es wirklich Spaß, ohne den wichtigen Karrieremodus zu vergessen? Wir haben es für euch ausprobiert und waren überrascht. Formel 1 2013 ist sehr zeitintensiv, deshalb möchten wir uns vorab für den späten Test entschuldigen.

Wie sie auch immer heißen, Infinity Red Bull Racing, Mercedes AMG Petronas oder Lotus F1. Den Titel wollen alle, doch nur ein Fahrer und ein Team können jeweils ganz oben stehen. In der Realität sieht es seit ein paar Jahren leicht entschärft aus. Sebastian Vettel fliegt mit seinem Red Bull quasi mühelos zum Weltmeistertitel. 1,2,3, nein, schon zum vierten mal in Folge gewinnt Vettel die Weltmeisterschaft und selbst das Team holt zeitgleich mit Vettels Titeln auch immer die Konstrukteursmeisterschaft. Es wird Zeit, dass wir etwas dagegen tun!

Doch bevor wir so richtig Gas geben dürfen, müssen wir das Fahren eines F1 Boliden erst erlernen. Es gibt eine Menge zu beachten und oft fehlt zu Anfang das nötige Feingefühl. Ein Anfangstutorial namens “Young Drivers Test” erklärt alles verständlich – dazu müssen wir auch Challenges, wie z.B. Überholen, in einem bestimmten Bereich halten oder die Ideallinie fahren, schaffen. Diese Challenges sind schnell gemacht und helfen ungemein.

F1 2013 erscheint nun leicht aufgeräumter. Alles ist im Hauptmenü knapp gehalten. Wir können zwischen Karriere, Grand Prix, Classic Modus, Testgelände oder Multiplayer wählen. Codemasters verfolgt den aktuellen Trend. Das Design ist minimalistisch und steril, nicht überladen mit wenig, aber genügenden Informationen.





Auf eine neue Saison!

Natürlich startet ein Neuling nicht gleich bei einem Top-Team, sondern arbeitet sich langsam nach oben an die Spitze. Das Prinzip kennen wir, aber wie will man es anders machen? Ziel ist es doch, es so gut wie möglich umzusetzen. Codemasters hält sich auch im “Fahrerlager” an das Design-Prinzip aus dem Hauptmenü - schlicht und modern. Alle Punkte werden schnell erreicht und nach kurzer Eingewöhnungsphase geht alles super von der Hand. E-Mails, aktuelle Informationen und der nächste Grand Prix – alles in Sekundenschnelle gecheckt.

Zuerst können wir bei kleineren Teams fahren, wie z.B. Toro Rosso. Sieht ähnlich aus wie Vettels Racer, ist aber deutlich langsamer. In den Rennen mit mittlerer Schwierigkeit und realistischen Bedingungen fällt es uns sehr schwer, mit den Top 10 mitzuhalten. Unser Auto erfüllt eben nicht das Niveau von Mercedes & Co. Deshalb sind die Ziele am Anfang auch sehr zurückhaltend - aber machbar. Wer diese Ziele erfüllt, erhält Angebote von anderen Teams und klettert so Step by Step die Leiter nach oben.

Der Karriere Modus ist wirklich verdammt zeitintensiv. Zeit wird nicht nur dafür gebraucht, sich die Strecken einzuprägen. Dss gehört immer dazu. Man kann nur gewinnen, wenn man die Strecke beherrscht. Es ist eben nur möglich min. 25% von der echten Renndistanz zu fahren. In der Praxis dauert also ein Rennen kaum weniger als 20 Minuten. Bei 19 Grand Prix und fünf zu absolvierenden Saisons sammeln sich da schon ein paar Stunden an.




Die Rennen aber bringen tolles F1 Feeling auf den Screen. Geschwindigkeit, schnelle Kurven und riskante Manöver. Auch in F1 2013 wird das geboten, was die Formel 1 ausmacht. Allerdings werden nur eingefleischte Fans in den Genuss kommen wenn es um Hunderstel Sekunden geht oder der Vorausfahrende einfach keine Lücke lässt. Der Otto Normal Spieler wird es einfacher haben, wenn passende Hilfen aktiviert sind. F1 2013 ist sowohl für Anfänger als auch für Simulations-Freaks spielbar. Eine Menge von Hilfen wie ABS, Lenk/Bremshilfe oder die Ideallinie lassen sich auch während des Rennens ändern.

Die KI ist auf jeden Fall eine der besten, die man heutzutage in einem Rennspiel haben kann. Die Gegner verhalten sich fair, geben auch bei harten Überholmanövern nicht sofort nach und lauern auf Lücken. Dumme Patzer sind sehr selten. Fahrer die einen Fehler machen, gibt es natürlich auch, allerdings für unseren Geschmack ein bisschen zu selten. Sonst hat sich nach unserem Ermessen auf der Strecke relativ wenig getan. Regeln, Reifenverschleiß, das Wetter, und und und ... Alles soll verfeinert worden sein. Doch der Spieler merkt nur dann einen Unterschied, wenn man den Vorgänger genauestens kennt. Entweder sind die Entwickler am Limit der Realität oder die Ideen fehlen. Doch das kann uns nur ein erfahrener Fahrer wirklich sagen.




Abseits der Karriere mäßig umfangreich

F1 2013 bietet weit mehr als nur eine Karriere. Wer nach der langen Karriere nicht genug hat, oder eine Pause machen will, kann sich in den übrigen Modi frei austoben. Das Testgelände lädt zum Kennenlernen der Strecken ein. Oder der eigenen Zeit hinterher jagen? Mit eurem Ghost ist dies absolut kein Problem. Die Entwickler stellen vor allem den neuen Classic Modus in das Rampenlicht. Doch was hat es damit auf sich und wird der Classic Modus seinem Namen gerecht?

Der Classic Modus scheint relativ überschaubar und konzentriert sich auf die 80er. Es gibt insgesamt zwei “alte Strecken”, u.a. die bekannte Brands Hatch. Die Teams haben als Fahrer u.a. die sogenannten Legenden (z.B. Ferarri -> Schumacher). Allerdings hält sich der Umfang doch sehr in Grenzen. Deshalb darf der Spieler nicht allzu viel erwarten, die Spieltiefe in die Vergangenheit scheint kaum vorhanden. Eine Erfahrung ist es aber auf jeden Fall wert und Spaß macht es auch. Neben dem klassischem Grand Prix oder Zeitfahren, können wir noch Szenario auswählen. Dies ist auch der einzig nennenswerte Modus neben der Karriere.

Im Szenario darf der Spieler bekannte Szenarien vergangener Tage nachspielen. Oft handelt es sich um knappe Ereignisse oder große Überholmanöver. Je besser man abschneidet, desto besser die Medaille. Allerdings hält sich der Mehrspielwert in Grenzen und schnell hat man diesen Modus durch. Den Szenario Modus gibt es aber nicht nur im Classic Modus, sondern auch auf dem “Testgelände”. Nur hier ist die Zeit etwas vorgespult.




Pooor schöne Graf.....Autos!

Codemasters hat die Grafik leicht aufpoliert. Punkt. Sie ist keine Sensation mehr, wenn man die Vorgänger kennt, etwas solider in der Darstellung. Sehr schöne Effekte runden das Spiel wirklich souverän ab. Dass die Formel 1 Boliden sauber in das Spiel interpretiert worden sind, ist selbstverständlich und das sieht man auch einwandfrei. Überzeugt hat uns ebenfalls die Action abseits der Strecke. Die Ränge sehen gut aus, aber diese fallen bei 300km/h eh kaum ins Gewicht. In der Zeit wo wir auf der Strecke sind, aber nicht fahren, sind wir in der Ego-Perspektive in der Box und können hier Optionen treffen. Unsere netten Kollegen sind jedenfalls besser animiert und auch ein kurzer 3 Sekunden Boxenstopp sieht wirklich toll aus. Zwar müssen wir hier nicht mehr interagieren durch Tastendruck, dies ist aber vielleicht auch besser so.

Die Kameras sind wieder vielfältig. Von hinten, Cockpit, leicht seitlich, vorne oder über dem Fahrer. Da wird jeder fündig. Toll ist die Cockpit Ansicht, jedoch ist die Umsicht sehr eingeschränkt. Wir empfehlen die TV Kamera. Mit dieser Kamera fängt man Geschwindigkeit, Umsicht und das Feeling am besten ein. Leider fehlen wieder Siegerehrungen, eine Ehrenrunde oder eine Startaufstellung mit den bekannten Grid-Girls. Dennoch, grafisch ist F1 solide und wirklich schön anzusehen. Mehr aber auch nicht. Bei einer millionenschweren Lizenz sollen die Spieler ja schließlich nicht wegen der Grafik kein F1 kaufen.

Bei dem Handling gibt es jedoch Abstriche. Das Spielen mit dem Controller erfordert eine relativ lange Eingewöhnungsphase. In schnellen Kurven kommt man schnell von der Idealllinie ab, obwohl man am Anfang der Kurve dachte man hat rechtzeitig eingelenkt. Untersteuern oder Absicht? Wer ein Lenkrad besitzt, sollte dies unbedingt auch nutzen. Es macht damit viel mehr Spaß und Kurven lassen sich präziser fahren.


Harte Duelle mit Kumpels? Kein Problem.

F1 2013 bietet vergleichsweise viel Multiplayer. Die Möglichkeiten des Zusammenspielens konzentrieren sich auf drei Arten: Normal über das Internet, im Splitscreen oder im LAN. Online fanden wir bedauerlicherweise keinen gut besuchten Raum, weshalb ein genauer Eindruck leider nicht gewonnen werden konnte. Vielleicht war auch einfach die Uhrzeit nicht gerade einladend. Zuhause auf dem Sofa den Gegner zu haben, erscheint schon mal Stressfreier. Und der Splitscreen macht Spaß! Auch hier fahren wir gegen 20 KI Fahrer, soweit ruckelfrei und ohne Pop-Ups. Und wer möchte, kann sich sogar 22 Kumpels nach Hause einladen und im 80qm Keller eine LAN Party starten.




Fazit

Formel 1 2013 ist jedenfalls ein super Spiel und wird wahrscheinlich unterhaltsamer sein als die aktuelle Saison. Für eingefleischte Formel 1 Fans natürlich ein Muss, für Rennsport-Fans ist Formel 1 2013 auf jeden Fall eine klare Empfehlung - ein gutes Geschwindigkeitsgefühl inklusive. Vom Umfang erhält schon alleine die Karriere mit ihren langen Rennen einen großen Teil vom Kuchen. Ein langer Atem ist eine Eigenschaft die jeder Käufer haben sollte. Abseits davon überzeugt uns der kleine Classic Modus in einer gewissen Art und Weise. In alten Rennboliden sitzen und alte Zeiten erleben. Wir wünschen uns jedoch mehr Umfang. Im Szenario gibt es massig zu tun, allerdings sind die Aufgaben schnell durch. Grafisch und Soundtechnisch gibt es selbst auf hohem Niveau wenig zu meckern. Nur das Handling mit dem Controller muss besser werden. Die Präsentation lässt sich kurz beschreiben: Modern, schlicht, übersichtlich. Ganz nach dem Motto: Weniger ist mehr, ist eben Geschmackssache. Uns gefällt es so wie es ist, auch der Inhalt!



Wertung



+ Großer Karrieremodus
+ F1 Feeling
+ Schicke Grafik/Sound
+ Faire KI
+ Viele Kamera-Optionen
+ Der neue Classic Modus
+ Die Szenarien


- Handling per Controller leicht verbesserungswürdig
- Classic Modus wenig umfangreich (DLC's können aber gekauft werden)
- Keine Grid-Girls, Ehrenrunde,...
- Insgesamt doch zu wenig Neues



Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 15.11.2013 12:49 von alexking.

15.11.2013 00:01
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Beitrag: #2
RE: Im Test: F1 2013

Sehr schön.

Liest sich gut!

15.11.2013 08:52
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