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Naisco
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xxps3  Im Test: Escape Dead Island (PS3)



Genre: Survival Action Adventure
Publisher: Deep Silver
Entwickler: Fatshark

Systeme: PS3, Xbox 360, PC
Release: 18.11.2014

Lokaler Multiplayer: Nein
Online-Multiplayer: Nein
Altersfreigabe: USK ab 18 Jahren

Texte: Deutsch
PlayStation Move: Nein
Stereoskopisches 3D: Nein

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Das Dead Island-Franchise gibt es mittlerweile in verschiedenen Farben und Variationen. Mal ist es ein First-Person-Spiel mit Rollenspielelementen oder ein Multiplayer Online Battle Arena oder kurz M.O.B.A.. Mit Escape Dead Island versucht man sich jetzt an einem 3rd Person Survival Action Adventure. Wie "gut" es den Mannen von Fatshark gelungen ist und wieso Escape Dead Island zu den schlechtesten Titeln der letzten Jahre gehört, erfahrt ihr in diesem Test.

Escape Dead Island bezeichnet sich selbst als „Survival“-Spiel. Nur versteh ich nicht ganz wieso, hat es doch rein gar nichts mit den klassischen Survival-Titeln zu tun. Aber fangen wir von vorne an.

Auf Narapela ist was los
Escape Dead Island fängt mit einem Prolog an, in dem wir mit der Steuerung näher vertraut werden. Wir sind Kilo Two, ein Geheimagent der auf der Insel Narapela in einem Geheimlabor Daten über die Firma Geopharm beschaffen soll. Unterstützt wird er dabei über Funk von Xian Mei, einem spielbaren Charakter aus der originalen Dead Island-Reihe. Gerade angekommen merkt unser Charakter sofort, dass der Ort von Zombies überrannt wurde. Kurze Zeit später schon, nachdem wir die Daten beschafft haben, werden wir von einer großen und gefährlichen Kreatur gefunden. Kurz danach endet der Prolog.

Sechs Monate nach dem Prolog werden wir schon mit neuen Charakteren bekannt gemacht. Unser Protagonist heißt Cliff Calo und möchte mit seinen Freunden Linda und Devan auf die Insel Narapela. Dort gibt es Zombies und was zu berichten. Cliff ist nämlich Fotograf und möchte sich die Anerkennung seines Vaters verdienen. Dieser ist ein großer Geschäftsmann und bevorzugt bei Entscheidungen Cliffs Schwester anstatt seinen unnützen Sohn. Mit einer Kamera und zwei Hipsterfreunden bewaffnet geht es nun auf die Insel Narapela um die Geheimnisse rund um die Zombieseuche auf Banoi zu lüften. Schon bei der Ankunft auf der Insel hört Cliff Stimmen, die scheinbar gar nicht da sind. Nach einem kurzen Aufenthalt müssen unsere Helden feststellen, dass ihre Yacht, mit der sie angekommen sind, zu sinken scheint. Cliff, der sich die Yacht seines Vaters „geliehen“ hat, versucht das Unglück zu verhindern, landet jedoch nach einem Treffer im Wasser und geht bewusstlos unter. Cliff hat fortan immer wieder Halluzinationen. Mal hört er Stimmen seiner Freunde die mit ihm reden, mal wird er von einem Zug in einem kleinen Raum verfolgt. Die Geschichte wird immer wieder von diesen Halluzinationen erzählt und getragen. Dabei erinnert die Geschichte teilweise an die Mysterie-Serie Lost. Zwar finde ich die Idee und den Ansatz der Story ganz interessant, jedoch driftet die Geschichte zunehmend ab und hinterlässt so einen faden Beigeschmack. Zwischensequenzen werden übrigens im Comic-Look präsentiert.


Crack, Swish und BAM
Wie schon erwähnt bezeichnet sich das Spiel selbst als Survival-Titel. Jedoch gibt es weder eine Hunger-, Durst- oder Sonstige-Anzeige, die uns unseren derzeitigen Status vermitteln. Es gibt auch nichts zu jagen, wir müssen uns nachts auch keine Unterkunft suchen. Es gibt schlichtweg nichts wieso der Titel Survival gerechtfertigt wird. Aber wollen wir Escape Dead Island nicht nur wegen der Genre-Auswahl kritisieren. Das Gameplay ist nämlich das, was mir Kopfschmerzen und schlaflose Nächte bereitete.

Cliff hat eine überschaubare Auswahl an Waffen, die er gegen Zombies verwenden kann. Zu Anfang des Spiels finden wir einen Schraubenzieher. Mit diesem Schraubenzieher wird das Stealth-Gameplay beschrieben und während ich diese Worte niederschreibe kann ich nur darüber lachen denn Stealth ist das nicht wirklich. Sind wir geduckt können wir uns an Zombies anschleichen und sie, mal mit und mal ohne Lärm, ausschalten. Dabei hat man nie wirklich ein Gespür dafür wann wir von einem Zombie gesehen werden und wann nicht. Manchmal können wir seitlich an Zombies vorbeilaufen und sie dann von hinten ausschalten, ohne dass sie merken, dass wir überhaupt da sind. Mal aber, drehen sich Zombies, nachdem sie sich zuvor an einer Leiche vergnügt haben ruckartig um, nachdem wir das Gehirn seines Freundes mit einem Schraubenzieher bearbeitet haben. Das Stealth-Gameplay, wenn man es so nennen mag, funktioniert nicht wirklich, es gibt auch keine wirklichen Wege Zombies abzulenken, sich zu verstecken oder Sonstiges. Meist ist einem die Zeit zu Schade und man nimmt sich Zombies auf die klassische Weise vor, mit einer/einem Axt/Schwert. Das sind nämlich Cliffs Nahkampfwaffen, die er während des Verlaufs des Spiels erhält. Ausgerüstet mit einer Nahkampfwaffe könnt ihr dann mit leichten oder einem schweren Hieb die Zombies angreifen. Anders als bei seinen Vorgängern legt man hier keinen Wert auf Splattereffekte. Zwar fliegt ab und an mal ein Arm oder Bein weg, jedoch könnt ihr dies nicht planen und es hat keinen Einfluss auf das Verhalten der Zombies. Das Nahkampfsystem funktioniert auf Grund technischer Schwächen unglaublich schlecht. Die Zombies reagieren meist nie wirklich auf Treffer. Selber braucht man auch mehr als drei Angriffe um einen Zombie zu eliminieren. Das große Problem am Nahkampf ist der Inputlag. Der Lag ist so stark, dass Aktionen des Öfteren gar nicht erst ausgeführt werden und ich deshalb getroffen werde oder sogar sterbe. Allein dieser Inputlag macht das Spiel unerträglich. Vor allem, wenn man dem Schlag eines Zombies ausweichen will, dies aber nicht klappt weil die Eingabe zu spät erkannt wird.


Im Allgemeinen ist das Gameplay langweilig und macht zu keinem Zeitpunkt, meiner knapp sechsstündigen Spielzeit, spaß. Zu Anfang wirkt Narapela groß und wie eine offene Welt, jedoch täuscht dieser Eindruck. In Escape Dead Island kommen wir sehr oft wieder an die selben Stellen zurück. Es gibt keine Fahrzeuge, eine Schnellreisefunktion vermissen wir gänzlich. Nachdem ich schon zum fünften mal am Flughafen angekommen bin fragte ich mich: „Wieso kämpfe ich gegen die Zombies?“. Ich mein, es gibt weder Erfahrungs- noch Fähigkeitspunkte. Außerdem droppen Zombies nichts. Das Töten der Zombies bringt mir im Spiel also gar nichts, wieso sollte ich sie also töten? Mit diesem Gedanken im Kopf lief ich irgendwann mit Vollspeed an den Zombies vorbei nur um zum dritten mal an demselben Ort zu gelangen. Das Spiel will ja eigentlich auch ein Stealth-Game sein, nur manchmal zwingt einem das Spiel zu einem Kampf. Das sieht man daran, dass auf einmal aus dem Boden eine Blockade wächst, die uns den Weg versperrt, so dass wir keine andere Wahl haben als zu kämpfen. Dem Spiel fehlt auch jeglicher Sinn für das Platzieren von gerechten Checkpoints. Die Checkpoints sind so schlecht gesetzt, dass ihr teilweise ganze Passagen, wo rein gar nichts passiert, wiederholen müsst und ihr euch kleine Zwischensequenzen immer wieder angucken müsst, weil sie einfach nicht übersprungen werden können. In dem Spiel werdet ihr oft sterben, nicht weil es so schwer ist und die Zombies über eine gnadenlose K.I. verfügen, sondern weil einem entweder der Input-Lag zu schaffen macht oder weil euch ein Spuckerzombie immer und immer wieder so trifft, als wäre der der Führende der Rangliste der Sniper in einem First Person Shooter. Oder ein Zombie mit Krallen blockt jeden Angriff von euch, tötet euch aber mit drei Treffern. Eine wirkliche Lebensanzeige gibt es natürlich auch nicht. Wir finden nur Medipacks wo es heißt „+1 max. Leben“. Wie viel Leben wir haben wird uns zu keinem Zeitpunkt angezeigt. Übrigens gibt es auch Fernkampfwaffen, die sind aber nur knapp für zwei Zeilen erwähnenswert. Das ist auch die Anzahl an Schusswaffen in dem Spiel. Traurig nicht?


Selbst die Grafik ist die schlecht
Escape Dead Island versucht sich an einen Grafik-Look alá Borderlands oder die Spiele aus dem Hause Telltale Games. Nur gelingt ihnen selbst dies nicht so wirklich. Während z.B. Borderlands mit vielen kleinen Details versehen ist, sieht Escape Dead Island lieblos und matschig aus. Es gibt keine wirklichen Texturen, Kanten flimmern ohne Ende. Selbst unser Charakter bewegt nur minimal seine Lippen während er redet, Emotionen zeigt er sowieso nicht. Soundtechnisch erinnert dieses auch an Lost, wird jedoch sehr schnell öde. An vielen Stellen fehlt auch Musik, was wenigstens zur Atmosphäre beigetragen hätte.

Das Fazit
Escape Dead Island ist wohl eines der schlechtesten Spiele der letzten Jahre und gehört definitiv zu den Nominierten für den unrühmlichen Preis „Das schlechteste Spiel was ich je gespielt hab“. Das schwache Gameplay, die nervigen Charaktere und die Grafik sind eine Qual. Das einzig Positive, auch wenn ich es so nicht nennen möchte, ist die interessante Story rund um den Zombieausbruch und den Halluzinationen unseres Hauptcharakters. Ich könnte noch weitaus mehr über Escape Dead Island schreiben, jedoch verdient dieses Spiel keine weitere Aufmerksamkeit von mir.



Wertung


+ interessante Story, wirkt jedoch leicht übertrieben

- schlechtes Gameplay
- starker Inputlag macht das Kämpfen unerträglich
- nervige Charaktere
- unsympathischer Hauptcharakter
- sehr geringer Wiederspielwert
- kein wirklich guter Comic-Look
- Atmosphäre verkommt schnell



Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 04.01.2015 23:02 von alexking.

04.01.2015 16:14
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Beitrag: #2
RE: Im Test: Escape Dead Island (PS3)

wieso jetzt auf einmal comic look Big Grin
ich hasse es wenn leute was ändern was eig früher traditionell fortgeführt worden ist -_-
die wollen wohl the walking dead nachmachen Big Grin

05.01.2015 10:50
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