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Im Test: Tom Clancy´s Ghost Recon Wildlands (PS4)

   

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Naisco
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xxps3  Im Test: Tom Clancy´s Ghost Recon Wildlands (PS4)

Mit Tom Clancy´s Ghost Recon Wildlands bringt uns Ubisoft nach For Honor das nächste Großprojekt ins Haus. Der Nachfolger zu Ghost Recon Future Soldier ist diesmal ein Open World-Titel und will mit einem Setting in einer fiktiven Gegenwart wieder an alte Tage anknüpfen. Ob Wildlands ein Must-Have-Titel ist oder ob ihr ruhig auf einen Sale warten könnt, erfahrt ihr in diesem Test!


Genre: Open World Taktik-Shooter
Publisher: Ubisoft
Entwickler: Ubisoft Paris

Systeme: PS4, Xbox One, PC
Release: 07.03.2017

Lokaler Multiplayer: Nein
Online-Multiplayer: Ja
Altersfreigabe: USK ab 18 Jahren

Sprache: Deutsch, Englisch, Französisch
Texte: Deutsch, Englisch, Französisch

Dateninstallation:
PS4 Pro Support: Ja
PlayStation VR: Nein

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Mit Tom Clancy´s Ghost Recon Wildlands bringt uns Ubisoft nach For Honor das nächste Großprojekt ins Haus. Der Nachfolger zu Ghost Recon Future Soldier ist diesmal ein Open World-Titel und will mit einem Setting in einer fiktiven Gegenwart wieder an alte Tage anknüpfen. Ob Wildlands ein Must-Have-Titel ist oder ob ihr ruhig auf einen Sale warten könnt, erfahrt ihr in diesem Test!

Bolivien, der Narco-Staat
„Ich hatte einen Traum. Ich träumte von einem Land, wo wir selbst Coca anbauen und selbst Kokain herstellen. Wo wir unser Geschäft ohne Einmischung von Polizei, Regierung, Armee… und den Yanquis führen konnten.“ Nein, das ist kein Zitat von Pablo Escobar, der in den 70er Jahren als Drogenboss Kolumbien unsicher machte. El Sueño -der Traum- heißt der gute Mann, der Bolivien mit seiner Santa Blanca Organisation zu einem Narco-Staat machte. El Sueño beschäftigt die amerikanische Regierung, denn sein Einfluss geht weit über Bolivien hinaus. Doch erst nachdem der DEA-Agent Ricky Sandoval von El Sueño entführt, gefoltert und hingerichtet wird, schreitet die amerikanische Regierung zur Tat und schickt seine vier besten Männer, die sogenannten „Ghosts“ ins Geschehen um dem Kartell ein Ende zu bereiten. Doch bevor wir an El Sueño rankommen, müssen zuerst seine unzähligen Unterbosse beseitigt werden. Klingt nicht wirklich wie eine spannende Prämisse oder? Ist es leider auch nicht. Die Story von Wildlands dient eher als Mittel zum Zweck und kann weder mit einem guten Storytelling noch mit spannenden Momenten überzeugen. Es gibt auch keine besondere Interaktion zwischen den Ghosts, sie wirken wie vier Fremde die sich zum ersten Mal getroffen haben und sich schämen etwas zu sagen, weil sie zu schüchtern sind.


Große, schöne, leblose Welt
Ubisoft hat auch in Wildlands seine größte Stärke ausgespielt und präsentiert uns ein sehr schönes Bolivien. Egal ob frostige Berglandschaften, canyonartiges Gebirge oder tropische Waldgebiete, Bolivien hat optisch sehr viel zu bieten und es macht Spaß mit einem Fahrzeug die Landschaft zu erkunden. Sehr beeindruckend vor allem die Weitsicht die Wildlands zu bieten hat. Leider offenbart uns Ubisoft seine größte Schwäche – Gameplay. Auch wenn Bolivien riesig ist mit unterschiedlichen Klimazonen, hat es Gameplaytechnisch leider sehr wenig zu bieten. Wie schon in anderen Ubisoft Open World Spielen wie Far Cry, bietet Wildlands nur eine kleine Vielfalt an Missionstypen oder Sammelbarem und recycelt diese auf eine riesige Spielfläche. Zu finden bzw. sammeln gibt es Skillpunkte und Ressourcen die gebraucht werden, um Fähigkeiten freizuspielen. Diese befinden sich in Form von Fässern, Tonnen oder sogar Fahrzeuge überall auf der Karte und warten nur darauf, für die hiesigen Rebellen markiert zu werden. Außerdem können Waffenteile gefunden werden, von denen es eine Menge gibt. Zu den Fähigkeiten gehören Upgrades für Equipment wie z.B. für die Drohne, einen Granatenwerferaufsatz oder C4. Außerdem kann die Genauigkeit beim Zielen erhöht werden, sowie Freischaltungen für die Team-KI. Das Skillsystem ist zwar eine gute Ergänzung, jedoch wäre ein Klassensystem wohl die bessere Wahl gegeben. Nicht nur hätte es dem Spiel die nötige Tiefe, sondern hätte auch für Individualität unter den Spielern gesorgt.



The Phantom Pain in Verkleidung
Ghost Recon Wildlands ist nicht nur rumfahren, Skillpunkte sammeln und die Aussicht genießen. Das Töten von Menschen bzw. Mitgliedern des Kartells gehört auch dazu. Meist befinden sich die Gangster in kleineren Dörfern bis zu großen Basen die wir laut mit viel Waffengewalt und Action stürmen können. Oder wir machen es wie der gute alte Solid Snake und infiltrieren die feindlichen Stützpunkte still und heimlich. Letzteres macht vor allem Spaß, da wir uns nicht auf die KI verlassen müssen und unser eigenes Ding durchziehen können. Die KI ist nämlich völlig unbrauchbar und keine große Hilfe im Kampf. Es ist auch nicht möglich den KI-Kameraden detaillierte Befehle zu geben die sie ausführen sollen. Allgemein können wir nur alle drei Kameraden gleichzeitig befehligen. Das nimmt dem Spiel eine wichtige Taktikkomponente und das tut einem Spiel, welches sich selbst als Taktik-Shooter bezeichnet, nicht wirklich gut. Das Angreifen und Infiltrieren von Basen ist ganz eindeutig von Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain inspiriert, ist jedoch nicht so gut umgesetzt. Ob eine Basis gestürmt wird oder ganz leise betreten wird spielt keine Rolle, es gibt nämlich keine Vor- oder Nachteile, ob man gesehen wird oder nicht. Ghost Recon Wildlands wird spielerisch sehr schnell monoton. Wurde ein Stützpunkt erst von Gegnern befreit und der sammelbare Gegenstand gefunden, geht es schon zum nächsten Stützpunkt um exakt das Selbe zu tun. Diese Mechanik erstreckt sich so über das komplette Spiel ohne zu irgendeinem Zeitpunkt irgendwas zu ändern.


Coole Sprüche en masse
Wie schon zuvor erwähnt, sieht Bolivien sehr schön. Die Umgebung macht grafisch schon was her und muss sich vor anderen Open World-Titel nicht verstecken. Vor allem die Weitsicht ist ein großer Pluspunkt. Jedoch läuft der Titel auf der Standard PS4 nicht wirklich rund und leidet oft an Framerateeinbrüchen. Was das Spiel grafisch gut macht, macht es im Soundbereich deutlich schlechter. Ubisoft hat sich wohl sehr wenig auf das Soundesign konzentriert, denn wie anders kann ich mir ständig wiederholende und coole Sprüche, klischeehaft klingende Bolivianer und schlechte Witze erklären. Außerdem fehlt dem Waffensound die nötige Wucht und die Musik im Autoradio lässt sich nicht umstellen.


Langweilig alleine, spaßig zusammen?
In den oberen Zeilen des Reviews habe ich mich ausgiebig über das schlechte Missionsdesign und die schlechte KI ausgelassen. Was Ghost Recon Wildlands jedoch gut kann ist Multiplayer. Im Coop-Modus spielt sich Wildlands nochmal anders als mit drei KI-Freunden die keinen eigenen Willen haben. Erst mit bis zu drei Freunden spielt Wildslands seine Stärken aus. Gemeinsam einen Stützpunkt zu infiltrieren wird spannender, vor allem auf einem höheren Schwierigkeitsgrad. Oder sich vielleicht mit der örtlichen korrupten Armee, der Unidad anlegen. Oder doch ein Wettrennen auf Motorrädern durch Bolivien?



Fazit
Es ist mal wieder so traurig. Ubisoft schafft es wieder die Erwartungshaltung eines Spieles nicht zu erfüllen. Ghost Recon Wildlands versucht sehr viele Spiele auf einmal zu sein, bekommt aber nicht eines davon richtig hin. Der große Fokus auf eine schöne Spielwelt aber dafür fades und monotones Gameplay zahlen sich nicht aus. Dennoch mach das Spiel im Coop mit Freunden spaß und sollte bei einem geringen Preis in Erwägung gezogen werden.


Wertung


+ Riesige Spielwelt
+ Verschiedene Klimazonen in Bolivien
+ Viele Waffen und verschiedene Waffenteile
+ Spielt erst im Co-Op seine Stärken aus


- Wiederholendes Missionsdesign
- Langweilige Story
- Keine guten Charaktere
- Schwache Performance auf der Standard PS4
- Schlechte KI ob Freund, Feind oder Zivilist
- Sprüche werden permanent wiederholt


03.04.2017 13:47
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