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alexking
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xxps3  Im Test: Mirror's Edge Catalyst (PS4)

Mirror's Edge Catalyst ist ein Erlebnis, weil es sich herrlich flüssig spielen lässt und eigentlich keine Konkurrenz hat. Böse Zungen mögen behaupten, es ist eine Art Temple Run mit hübscherer Optik. Tatsächlich gibt es aber eine offene Spielwelt und der Spielfluss reizt euch etwas länger dabei zu bleiben. Dennoch hätte man das doch arg steril wirkende Spiel mit mehr Leben füllen und abwechslungsreichere Missionen kreieren können. Es mangelt vor allem an Momenten im Spiel, die in Erinnerung bleiben. Daher geht dem Spiel schneller die Puste aus als der unermüdlichen Faith.



Publisher Electronic Arts
Entwickler: DICE

Genre: Ego Jump 'n Run / Action
Release: 9. Juni 2016
Plattformen: PS4, Xbox One, PC

Altersfreigabe: ab 12 (USK)
Uncut: Ja
Sprache/Texte: Deutsch / Deutsch

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Auch wenn der Parcours-Hype mittlerweile deutlich abgeflacht ist, forderten viele Gamer ein neues Mirror's Edge. Denn nach dem Release des ersten Teils im Jahr 2008 für die PS3, als die Trendsportart noch sehr angesagt war, mussten bis heute acht Jahre vergehen, ehe wir uns mit Faith wieder über Hochhausschluchten stürzen können. Echte Konkurrenz hat das Spiel in den letzten Jahren nicht bekommen. Es war schnell, dynamisch und dank der Ego-Perspektive auch sehr intensiv. Diese Grundsätze hat DICE auch in Mirror's Edge Catalyst versucht zu beherzigen und um das Basisgerüst herum eine offene Spielwelt gebaut. Die Protagonisten ist immer noch dieselbe, die Story setzt jedoch zu einer anderen Zeit an:

In einer makellosen Stadt, die von einem Konglomerat aus allmächtigen Unternehmen regiert wird, sind Privatsphäre und persönliche Freiheit schon seit Langem Vergangenheit. Zum Schweigen gebracht durch sinnlosen Konsum und stumpfsinnige Unterhaltung, fügen sich die Bürger freiwillig in ihre Versklavung. Und jeder, der die Herrschenden infrage stellt, wird in aller Stille beseitigt und kehrt nie wieder zurück. Angst hält die Leute unter Kontrolle, während Gier und Neid sie antreiben. Faith ist eine stolze, mutige Runnerin, die auf den Dächern der Stadt ein unabhängiges Leben führt und selbst die schwierigsten Aufträge übernimmt – von Einbrüchen über Kurierdienste bis hin zu Firmenspionage. Ihr Leben dreht sich um Freiheit und Körperlichkeit, bis ihre Welt durch eine einzige unbesonnene Entscheidung zerbricht, und sie gegen ihren Willen in den Kampf gegen das Konglomerat hineingezogen wird. Da ihr Sinn für Gerechtigkeit keine Kompromisse zulässt, gerät Faith letztlich auf Konfrontationskurs mit den Machthabern und schlägt einen Weg ein, der sie von der Spitze der höchsten Wolkenkratzer bis in die dunkelsten Tunnel darunter führt. Sie gewinnt viele neue Freunde und Feinde, bis sie schließlich eine Stadt hinterlässt, die sich für alle Zeiten verändert haben wird.


Ihr Gegner ist das Konglomerat, zu dem auch die mächtige Sicherheitsfirma KrugerSec unter der Leitung von Gabriel Kruger zählt – einem stolzen Mann, der fest entschlossen ist, die derzeitige Ordnung aufrechtzuerhalten und sie gegen jegliche Bedrohungen, ob von innen oder außen, zu schützen. Für ihn heiligt der Zweck die Mittel, weshalb er bereit ist, alles und jeden zu opfern, um seine Ziele zu erreichen. Krugers Herrschaft war bislang unangefochten, doch nun tritt Faith auf den Plan, und letzten Endes wird sie der Auslöser sein, der jene Veränderung bringt, die die Stadt und ihre leidenden Bewohner so dringend brauchen. Das ist die Reise, die du erleben wirst: die Geschichte von Faiths Entwicklung.

Ihr seid nicht mehr nur linear von A nach B unterwegs, sondern könnt eure Wege völlig frei wählen. Auf einer Karte könnt ihr eure Missionsziele sehen und Wegpunkte geben. Auch Nebenmissionen gibt es. Bei diesen müsst ihr meist etwas beschaffen oder etwas zerstören. Wirklich abwechslungsreich ist dies nicht und auch die Story-Missionen reißen euch nicht vom Hocker. Diese führen euch allerdings häufiger auch in Gebäude, in denen ihr euch dann schon oftmals den Weg selber suchen müsst. In der offenen Welt verlauft ihr euch dank eines sehr klugen Leitsystems nie. Die Wegstrecke wird euch durch einen roten Schweif signalisiert. Dieser Anzeige müsst ihr aber nicht folgen, oft gibt es Abkürzungen oder taktisch klügere Wege, um an feindlichen Soldaten vorbeizukommen. Die KI der Gegner ist dabei teils recht dämlich. Viele Soldaten stehen einfach planlos in der Gegend rum, selbst wenn ihr euch direkt neben ihnen befindet. Auch wirkt die KI recht steif. Man hätte genauso gut Pappfiguren hinstellen können, der spielerische Anspruch wäre derselbe gewesen. Dass ihr tatsächlich mal von einem Gegner K.O. geschlagen werdet, kommt so gut wie nie vor. Oft reißen euch die Feinde aus dem Bewegungsflow heraus. Immerhin macht es einen Unterschied, wie ihr diese attackiert, sodass ein Angriff nach einem Wallrun oder einer Sprungattacke von oben die Gegner sofort ausschalten kann.


Optisch bietet das neue Mirror's Edge sehr saubere Texturen und schöne Spiegeleffekte. Die Weitsicht ist sehr ordentlich und die Framerate konstant gut. Man könnte also meinen, das eigentlich alles passt. Aber auch nur eigentlich, denn es mangelt dem Spiel sichtlich am Wiedererkennungswert. Vieles sieht einfach gleich aus, als wäre es immer wieder geklont und in einer Art Baukastensystem zusammengesetzt worden. Auch der Sound ist eher Mittelmaß und die Stimmen (mit Ausnahme von Faith) wirken oft recht monoton. Momente an die man sich erinnern kann, gibt es kaum. das Spiel rettet sich nur dank des wirklich ausgezeichneten Bewegungssystems in eine noch sehr respektable Wertung. Wie Faith springt, rutscht, klettert und schwingt, läuft einfach wunderbar flüssig ab und lässt sich toll miteinander kombinieren. Wer geübt ist, kann minutenlang rennen und klettern, ohne einmal stehenbleiben zu müssen. Mit einem Upgrade-Systeme könnt ihr zudem neue Fähigkeiten für das Laufen oder den Kampf, sowie Ausrüstung freischalten. Dadurch wird euer Bewegungsrepertoire noch einmal vergrößert. Auch ein paar Social Features hat man eingebaut, mit denen ihr z.B. euch in Rennen mit den erzielten Bestzeiten messen könnt. Ein echter Multiplayer ist das aber leider nicht, ihr tretet nur eggen Zeiten und nicht in Echtzeit gegen Gegner an.


Fazit
Mirror's Edge Catalyst ist ein Erlebnis, weil es sich herrlich flüssig spielen lässt und eigentlich keine Konkurrenz hat. Böse Zungen mögen behaupten, es ist eine Art Temple Run mit hübscherer Optik. Tatsächlich gibt es aber eine offene Spielwelt und der Spielfluss reizt euch etwas länger dabei zu bleiben. Dennoch hätte man das doch arg steril wirkende Spiel mit mehr Leben füllen und abwechslungsreichere Missionen kreieren können. Es mangelt vor allem an Momenten im Spiel, die in Erinnerung bleiben. Daher geht dem Spiel schneller die Puste aus als der unermüdlichen Faith.


Wertung


+ Superflüssiges Bewegungssystem
+ Sehr saubere Optik
+ Offene Spielwelt
+ Gut funktionierendes Leitsystem

- Teils recht detailarme Spielwelt
- Kämpfe auf Dauer langweilig
- Einzigartige Momente fehlen


Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 12.06.2016 13:15 von alexking.

12.06.2016 13:14
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Chabbanese (Jun-12-2016)
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